Gemeinsam gelingt es

Das Foto begeistert mich. Es zeigt meine drei allerbesten Söhne. Und es zeigt, wie das Leben gemeinsam gelingt. In diesem Fall mit Sprüngen in die Kieler Förde vom Steg der Seebadeanstalt Düsternbrook aus.

Arved hat „nur“ das Seepferdchen und einen recht eigenen Schwimmstil. Er hat Spaß am Abenteuer, an der Bewegung, und er hat zwei große Brüder. Ohne die beiden hätte ich mich nicht gewagt, ihn in in die Förde springen zu lassen – vom Sprungbrett aus. Sensationell!

Ein Mann, der abwechselnd mit meinen Jungs und seinen eigenen Kindern ins Wasser sprang, spürte etwas. Und rief mir zu: „Keine Sorge – wir sind alle da!“

Weit weg und doch nah dran

Dieses Bild hat mein Sohn Per aufgenommen. Ich wollte es gern auf die Internetseite von unserem Pinneberger Projekt stellen. „Mehr miteinander!“ geht zur Zeit nur auf Entfernung. Dass das geht, weiß ich schon sehr, sehr lange…

Es ging sogar schon, als es weder WhatsApp und Facebook gab (beides liebe ich!) – noch nicht mal Mobiltelefone und Internet. Briefe holte ich mir postlagernd, zum Telefonieren brauchte ich sehr viel Kleingeld und meine Mutter schickte mir den Geburtstagskuchen im Paket, wenn ich nicht bei meiner großen Familie in Mettmann feiern konnte. Reisen, Studieren, Arbeiten, Leben – so kam ich vom Rheinland aus in der Weltgeschichte herum und landete schließlich in Schleswig-Holstein.

Reiselust und Heimweh waren simultane Zustände, und sind es in gewisser Weise heute noch. Da, wo ich bin, fehlen mir meist Menschen, die ich liebe und gern treffe. Und andere sind im gleichen Moment nah bei mir.

Derzeit vermisse ich die Herzlichkeit, den Austausch, das Lachen (und Weinen) unserer Projektgemeinschaft in Pinneberg. Wie schön, dass sich die auch vom Küchentisch in Wrist oder neben dem Gartenteich in Kellinghusen pflegen lässt! Sich nah sein kann man auch auf Distanz.

Mit dem Home-office habe ich seit knapp 15 Jahren viel Erfahrung, und damit, aus den jeweiligen Gegebenheiten das Beste zu machen, ebenfalls. Freiberufliches Arbeiten mit drei Kindern möglich zu machen, perfektioniert das in die Wiege gelegte Organisationstalent automatisch.

Und weil es am Ende immer kommt, wie es kommen soll, ist alles gut. Die ursprüngliche Projektphase von „Mehr miteinander!“ (www.lebenshilfe-mehr-miteinander.de) wird flexibel verlängert seitens der Aktion Mensch, und irgendwann in den nächsten Monaten starten wir die Verlängerungsphase für weitere 24 Monate.

How it all began…

I was 14 when I first went to England. I was given this little book before a three-week school exchange. I loved the three weeks I spent with a wonderful host family in St. Martin’s Vicarage in Coventry.

My fascination for all things English and the English language in particular started well before that, however. I like to think that it did with my first cup of tea, taken with milk and, at the time, even sugar. My introduction to the English way of drinking tea took place in school: Our teacher’s wife being English, he brought us tea bags and taught us how to take our tea with milk. That was how it all began. And it never ended.

More than forty years have gone by since. I have visited, studied, lived and worked in, travelled to and found friends in the U.K., Europe and around the globe.

Now just guess where I met the man I most love to communicate with in English these days? Literally on my doorstep…

In der Botschaft der Krakauer

Rudolf ist einer der Botschafter. Ehrenamtlich. Sein Geld verdient er als Stadtführer, die Zeit zwischendurch verbringt er in diesen Räumen. Zum Beispiel damit, für uns Kaffee zu kochen. Die Raumnutzung für unser Seminar trägt zur Finanzierung bei. (Ich bin begeistert.)

Adult Learning. Wir lernen über das Lernen im Alter. Bascha und Agnieszka von der Addenda Foundation sind unsere Gastgeber. Where in brain is our memory?

Wir alle sind mit der VHS Krempe unterwegs. Maria hat nämlich den Bogen raus mit ERASMUS-Förderungen.

Begegnung und Inspiration pur!

Drei Jungs und eine Mutter unterwegs

Arved ist reiselustig und wissbegierig – zu gleichen Teilen genetisch geprägt wie vom familiären Umfeld. Seit jeher sind wir unterwegs gewesen, und Arved war (fast) immer dabei. Die große Ausnahme ereignete sich vor zwei Jahren, als ich beschloss, mit seinen älteren Brüdern nach deren Konfirmation nach Amerika zu fliegen und von Chicago aus den Michigan-See zu umrunden. Wir saßen um den Küchentisch, planten und Arved riss die Arme jubelnd hoch: „Ja, ja, (A)meri(t)a!“ Oh Mann, da hatte ich nicht aufgepasst – denn er sollte schließlich nicht mit. Es half nichts, ich musste das sofort aufklären und fand spontan einen Weg, der seine Enttäuschung auffing: „Arved, wenn du konfirmiert wirst, dann machen wir eine Reise. Zum Beispiel nach Schottland…“

In diesem Juli brachen wir auf. Zwölf Tage lang zu viert: Meine 16-jährigen Zwillinge Per und Ole, Arved – mittlerweile 14 – und ich. Meine ursprüngliche Idee, in Schottland von Jugendherberge zu Jugendherberge zu reisen, hatte ich zum Glück verworfen. Mit dem Billigflieger hüpften wir von Hamburg aus direkt über die Nordsee nach Edinburgh. Entgegen meinen Befürchtungen kamen wir entspannt an. Das blieb auch so, obwohl bei der Einreise festgestellt wurde, dass Per mit ungültigem Personalausweis unterwegs war. Dafür sorgte das freundliche Personal am Flughafen, das uns an der langen Schlange vorbei lotste und Arved, der den Stinkefinger gezeigt hatte, mit einer Flasche Wasser  ruhig stellte. Wir waren begeistert, „parkten“ das Problem mit den Papieren erstmal und ich beschloss, spontan ein Auto zu mieten. Schottland wirkte auf Anhieb stressfrei, die Abendsonne schien und mein Nervenkostüm gab her, mich statt in ein Taxi zu setzen doch gleich selbst mit den Jungs in den Linksverkehr zu stürzen.

Wir bezogen unser „(s)tone (t)ottage“, auf das sich Arved schon seit Woche freute. Die Stadt Stirling liegt rund 45 Minuten von Edinburgh und Glasgow entfernt, und wir hatten ein kleines Häuschen in einem Dorf am Stadtrand gemietet. Noch war der Kühlschrank leer, wir gönnten uns ein Essen im Pub – und genossen die erste Nacht in unserem Zuhause auf Zeit. Die Buchung war zufällig zustande gekommen, doch besser hätten wir es nicht treffen können. Sehr gemütlich und praktisch eingerichtet, bot uns das Cottage viel Platz, so dass wir uns bei Bedarf verteilen und aus dem Weg gehen konnten. Ganz wichtig für ein wenig Entspannung zwischendurch!

Genau wie seine älteren Brüder lässt sich Arved mit großem Interesse auf neue Orte ein. Mich freut es sehr, dass alle drei Söhne meine Leidenschaft teilen: Reisen ist für uns viel mehr als Urlaub machen. Einkäufe in fremdländischen Geschäften, ausprobieren typischer Speisen, herausfinden, was woanders wichtig ist und wie die Dinge funktionieren, Kontakte knüpfen und „mitmachen“, was sich bietet. Für Arved ist es wie bei den Projekten, die er in der Schule auch so sehr liebt: Einsteigen, erkunden und in das eigene Repertoire aufnehmen, was einem gefällt. Die unkomplizierte Freundlichkeit der Schotten. Das warme Frühstück mit Eiern, Bohnen und Speck – und sogar Haggis mochte er. (Ich nicht.)

Reiseführer, Hörbücher, Fernsehreportagen – wir hatten uns im Vorfeld gut eingestimmt auf unser Ziel. Arved wollte ständig etwas wissen: „Was essen? Was machen? Tiere – Schottland?? Loch Ness. Nessie!“ Ein kleiner Englischkurs vor dem Einschlafen gehörte auch dazu. „My name is Arved.“ „(D)oo(d) night!“ Wochenlang vorher drehte es sich um Dudelsäcke, Schottenröcke und „Highland (D)ames“. In die Geschichte der Alva Highland Games könnte er eingegangen sein – für den größten Schreck, den je ein Besucher der Veranstaltung erlitt! Rund um die sportlichen Wettkämpfe waren Fahrgeschäfte und Fressbuden aufgestellt, und Arved wollte unbedingt auf die Geisterbahn… Mit lautstarken und nachhaltigen Folgen. Zitternd und bebend warf sich der Erschreckte nach der Fahrt herzzerreißend heulend in meine Arme. Bruder Per hatte sein Bestes geben müssen, um ihn durch die Fahrt zu bringen – am Ende war alles wieder gut, konnte Arved mit allen zusammen laut über sich selbst lachen. Den Rest des Nachmittags genossen wir ein Sport-„Fest“ im wahrsten Sinne.  Mehr Eindruck als die Dudelsackspieler haben übrigens die unermüdlichen Mädchen und ihre Highland-Tänze bei Arved hinterlassen. Mit seinem Schottenrock-Handtuch um die Hüften tanzt er die begeistert nach. 

In und um Stirling gab es einiges zu sehen, wir hatten eine gute Basis gefunden und genossen unser Heim in der Fremde. Ich war sonntags sogar in der Kirche, und ehrlich gesagt froh, dass alle Jungs zuhause bleiben wollten. So konnte ich in Ruhe den Gottesdienst besuchen und anschließend beim Kirchenkaffee Tee trinken und quatschen… Gleich nebenan gab es einen Park mit großartigem Spielplatz. Als bangbüxige Mutter konnte gar nicht mit ansehen, wie hoch Arved auf dem Klettergerüst turnte – seine Brüder haben es mir mit großem Stolz berichtet. Die Zwillinge sind mittlerweile schon junge Männer. Ohne ihre Unterstützung in den stressigen Situationen wäre eine solche Tour nicht möglich. Allein mit Arved zwölf Tage unterwegs? Undenkbar für mich. Zu viert stimmte die Bilanz, und häufig genug sorgte der anstrengendste Teilnehmer für die ganz besonderen Reise-Erlebnisse. Beim „ceilidh“, dem Volkstanzabend, hatte ich insbesondere an meinen tanzbegeisterten Jüngsten gedacht. Die Schritte und Figuren hinzubekommen war allerdings ganz schön schwer, das konnte er kaum schaffen. Spaß hatte er trotzdem und seine Brüder waren am Ende doch ganz froh, nicht in Jogginghose mitgekommen zu sein… „Komm, Mama, lass uns nochmal“, forderte mich Ole auf – was für ein herrlicher Abend! Einige schmucke Schottenrockträger tanzten mit. Zum Abschluss tippte Arved den Nettesten an: „Foto?“. Und es gab ein Foto. Reisen macht selbstbewusst.


Enttäuscht waren wir von Loch Ness. Mit dem Ungeheuer hatten wir nicht wirklich gerechnet, landschaftlich allerdings mit Eindrucksvollerem. Egal, dieser stinknormale See bot uns den Anlass für unsere eintägige Rundtour durch die Highlands mit vielen tollen Stopps, Entdeckungen, Gesprächen und super leckeren Fish & Chips. Mit Salz und Essig natürlich.

Nicht nur an diesem Tag, eigentlich den ganzen Urlaub über hatten wir unglaubliches Glück mit dem sonnigen, warmen Wetter. Ich gebe es zu – hätte es schottisch geregnet, wären wir aufgeschmissen gewesen… Schirme sind nicht wirklich guter Regenschutz. Dann hätten wie noch ein wenig intensiver vom WLAN im Cottage profitiert. Zu ihren Geburtstagen hatte ich jedem Kind einen Adapter geschenkt, damit es ja keine Lade-Engpässe geben würde. Das stellte sich als sehr clevere Vorbereitung heraus.

Weil unser Cottage für die beiden letzten Tage belegt war, kam es doch noch zu zwei Nächten Jugendherberge. Wunderschön am Wasser gelegen  gelegen mit eigenem Steg. Für Arved war klar: „I(ch) (will) baden!“. In dem sehr kalten Wasser war ein wenig „Unterstützung“ durch die Brüder nötig. So hatten wir am Ende im Loch Lomond unser Nessie-Familien-Erlebnis! Mit dem beim Deutschen Konsulat in Edinburgh besorgten Ersatzausweis durften wir vollzählig wieder ausreisen. Ganz angenehm, dass der Sicherheitsbereich am Flughafen eine Möglichkeit für „family und special assistance“ anbot, so dass wir uns nicht durch die langen Schlangen quälen mussten.  Beim Ausstieg aus dem Flieger in Hamburg drehte sich Arved zu den Stewardessen um: „Bye-bye!“ Ein echter Globetrotter.

Schade, dass die Konfirmations-Reisen und damit auch Schottland nun hinter uns liegen. Doch ab jetzt wollen wir jedes Jahr eine Woche zu viert verreisen. Egal wohin… Der Reisespaß beginnt mit Planung und Vorfreude!

Inklusion zieht (Arbeits-) Kreise

Großartig! Marvin Wölk hat zum Arbeitskreis Inklusion in Kellinghusen eingeladen, viele sind gekommen ins Café „Bi uns to Huus“. Ich auch – so begeistert wie engagiert.

Vernetzt arbeiten, sich ergänzen, unterstützen, verstärken. Vor Ort und darüber hinaus. Bekannte wiedersehen, Neues erfahren, Mitstreiter finden, Pläne schmieden, Verbesserungen erzielen.

Ja, vieles liegt im Argen, ist aber auch nicht so einfach zu lösen. Zu verstehen, warum, hilft dabei, die notwendige Geduld zu bewahren. Und gemeinsam den richtigen Weg zu guten Lösungen zu finden. Wenn Arbeitskreise dazu genutzt werden, dann sind sie wichtig.

Mein Impuls in der Runde: Lasst uns auch immer wieder über das sprechen, was bereits jetzt schon gut funktioniert!!! Ich mache das – so hartnäckig wie überzeugt. Positive Kraft.

Einfach los…

Ole legt um kurz nach zehn mit seinem Patenonkel ab. Der Rest des Tages gehört mir allein. Beim Frühstück auf dem Priwall werfe ich einen Rückblick auf viele Travemünder Wochen. Berichten, fotografieren, übersetzen – was so ging mit drei Jungs… Bekannte wiedersehen und neue Menschen treffen, an den Strand gehen, Musik genießen und die helfende Begleitung von Freunden, Familie und in einem Sommer vom brasilianischen Au-pair. Vorbei.

Einfach mal los, den sonnigen Sonntag für eine Auszeit nutzen. Ich liebe Entdeckungen. Den Klützer Winkel erkunden, vielleicht an den Strand von Boltenhagen. Vom Hohen Schönberg aus sehe ich ein Schiff am Ostsee-Himmel „schweben“. Es ist so dunstig, dass ich das Wasser nicht erkennen kann. Die Allee zum Schloss Bothmer berührt mich – diese Linden wirken zerrissen, verletzt, und zugleich würdevoll und stark. Wie ein verwunschener Frühlingstraum der Park hinter dem Schloss aus rotem Backstein. Auf Besichtigung und Museumsbesuch habe ich keine Lust. Einfach weiter und in die kleine Stadt.

In der Predigerstraße von Klütz finde ich: Textile Unikate von Janne Brandt! Die stellt sie her und zeigt mir, wo und wie. Sie führt mich durch den Garten und ihr kleines Haus mit den verschiedenen Arbeitsplätzen. Wir blättern ihre Fotomappe durch und erzählen uns unsere Geschichten. „Alles tip-top in Ordnung halten, das ist einfach unmöglich“, sagt sie, und ich weiß, was sie meint. Struktur und roter Faden sind wichtig – doch oft erst im Nachhinein zu erkennen und nicht für jeden. Wir finden, es ist gut. Ich darf mir ein buntes Filz-Ei aussuchen, sie schenkt es mir. Schade, dass ich ihr nichts geben kann, finde ich. „Doch“, sagt Janne Brandt, „ich habe Ihre Visitenkarte!“. Begegnungen sind die schönsten Entdeckungen. Einfach los – dann führt der Tag zum Ziel.




„Man muss was wollen!“

Die Chancen und Risiken des Bundesteilhabegesetzes – beleuchtet von Prof. Dr. Dr. Christian Bernzen (Hamburg). Eingeladen hatte die Projektwerkstatt Inklusion dazu am 16. März 2019 ins Haus der Jugend in Itzehoe – 100 Menschen kamen zu Info, Austausch und Kontakt in Steinburg zusammen. Die Stimmung: großartig. „Wir machen extrem weiter“, schrieb Kirstin Hansen der Netzwerkgruppe Wohnen. Die Veranstaltung zu moderieren war mir ein Hochgenuss. Danke an alle. Weiter so. Gemeinsam!